Site menu:

Letzte Artikel

Suche

Zähler

seit 15.08.2009:
53848 Besucher

Archiv

Die Losung

Viele Völker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns auf den Berg des HERRN gehen, zum Hause des Gottes Jakobs, dass er uns lehre seine Wege und wir wandeln auf seinen Steigen!

Jesaja 2,3

Weil wir durch das Blut Jesu die Freiheit haben zum Eingang in das Heiligtum, den er uns aufgetan hat als neuen und lebendigen Weg, so lasst uns hinzutreten mit wahrhaftigem Herzen in vollkommenem Glauben.

Hebräer 10,19.20.22

Eine Chance, die es zu nutzen gilt

Rolf Eis, Maxim Eust und Sheila Kajuga bei der ArbeitMeldorf – Kirche übernimmt gesellschaftliche und politische Verantwortung. Sie tut das nicht nur in großen Worten, sondern ganz besonders auch in kleinen Taten: Im Rentamt Dithmarschen werden Lehrlinge in anspruchsvollen Berufen qualifiziert. Verwaltungsleiter Rolf Eis sieht bei ihrer Auswahl tiefer als viele Personalchefs. Er möchten Menschen eine Chance geben – welchen Alters oder welcher Herkunft sie auch sein mögen.

Der junge Mann weiß, was er will, man sieht es ihm an. Maxim Eust arbeitet im Rentamt Dithmarschen im IT-Bereich. Der 20-Jährige kennt sich aus mit Computern und Software, mit Servern und Elektronischer Datenverarbeitung. „Wir machen Rechner, die eigentlich gar nicht da sind“, so erklärt er einen seiner Arbeitsbereiche, die Virtualisierung. Verwaltungsleiter Rolf Eis ist stolz auf ihn. „Er war schon Spezialist, als er herkam“, sagt er. Erstaunlich. Denn Maxim Eust ist gerade mal im ersten Lehrjahr. In drei Jahren erst wird er sein Zertifikat in Händen halten und geprüfter „IT-Kaufmann“ sein.

Nicht weniger qualifiziert ist seine Kollegin Sheila Kajuga. Sie bringt bereits eine andere Ausbildung mit: Sie ist gelernte Euro-Sekretärin. 44 Jahre ist sie alt, aber jetzt versucht sie noch etwas Neues. Im Rentamt Dithmarschen lässt sie sich zur Bürokauffrau ausbilden. „Das sind oft Sekretärsdienste wie die Verwaltung von Postaus- und Eingängen“, erklärt Rolf Eis, „aber auch Buchhaltung, Rechnungswesen, Kontierung und vieles mehr gehört zu diesem Beruf.“ Bei Sheila Kajuga zeigt sich die Erfahrung: Sie lernt schnell, sie macht einen guten Job. Auch auf sie ist Rolf Eis richtig stolz.

Sheila Kajuga und Maxim Eust haben eins gemeinsam: Sie sind beide nicht in Deutschland geboren. Maxim kommt aus Kasachstan. Aber er ist schon seit 17 Jahren hier, er kann sich anderes nicht vorstellen. Für ihn ist sein Migrationshintergrund kein Thema mehr. Anders bei Sheila – sie ist zwar auch schon seit 15 Jahren in Deutschland, aber sie hat sehr viel mehr Schwierigkeiten gehabt, die Sprache zu lernen. Sie kommt aus Ruanda. Als sie vor dem Völkermord an den Tutsi floh, war sie schon erwachsen und sie war bereits hoch qualifiziert. Doch ihre Ausbildung kann hier nicht anerkannt werden – sie musste hier bei Null neu beginnen. Kajuga ist sehr dankbar für diese neue Chance.

„Für uns ist das auch eine politische Entscheidung, dass wir Ausbildungsplätze bereithalten“, sagt Rolf Eis. Ihm ist es wichtig, Menschen eine Perspektive zu geben, egal, welche Hautfarbe und welche Herkunft sie haben. „Und außerdem“, sagt er, „brauchen wir den Nachwuchs.“ Maxim Eust und Sheila Kajuga sind einerseits seine Schützlinge – er wird sie begleiten und unterstützen, bis sie ihren Abschluss haben. Andererseits sind sie aber bereits Stützen im Betrieb. „Manchmal muss ich mich selbst daran erinnern, dass sie ja noch in der Ausbildung sind“, sagt Eis.

Rolf Eis betont, dass alle Lehrlinge, die durch seine Verwaltung gehen, von der Motivation durch die Kollegen und der Gemeinschaft mit den anderen profitieren. „Es macht viel Spaß“, sagt Sheila Kajuga. Und Maxim Eust erklärt seine Freude an der Arbeit unter anderem damit, dass es ja für die Kirche, für eine gute Sache ist.

Text und Bild: Inke Raabe