Für die Jugend in der Kirche
Wesselburen – Eines noch fernen Tages wird sich vielleicht Jonas Peters bei Diakon Mirco Pludrzinski im Haus der Jugend in Wesselburen einfinden und sich dort nach den Freizeitangeboten erkundigen. Die Taufe des kleinen Jonas war gestern im Gottesdienst in der St. Bartholomäuskirche verknüpft worden mit der feierlichen Amtseinführung des neuen Jugendarbeiters Pludrzinski. „Nimm Dich des jungen Lebens an, dass es behütet wachsen kann“, sang die Gemeinde zwar für den Täufling, doch es klang so, als ob es auch für die zukünftigen Projekte des Diakons gelten könne.
Im Vorfeld des Gottesdienstes kursierte irrtümlich die Meldung, Pastor Heiko Boysen werde in sein Amt eingeführt. Doch Boysen ist zurzeit vertretungsweise in der Hebbelstadt tätig und leitete daher auch diesen Festgottesdienst mit der Taufe und der Amtseinführunhg für Diakon Mirco Pludrzinski.
Seit Anfang November ist der 26-Jährige bereits im Haus der Jugend tätig. Seine Stelle wird zu drei Vierteln von der Stadt und zu einem Viertel von der Kirche finanziert. „Mir ist besonders wichtig, dass ich einen persönlichen Draht zu den Jugendlichen finde“, erklärte der 26-Jährige am Rande der Amtseinführung. Der gebürtige Nordfriese absolvierte nach der Mittleren Reife eine Ausbildung zum Sozialpädagogischen Assistenten, besuchte in Niebüll die Erzieherfachschule und hängte in Berlin eine zweijährige Ausbildung zum Diakon an. Ganz nebenbei qualifizierte er sich auch noch in der Telefonseelsorge. „Schon von klein auf an war ich in der kirchlichen Jugendarbeit aktiv“, erzählt er aus seinem bewegten Leben. Er engagierte sich ehrenamtlich in der Pfadfinderarbeit und auf Konfirmandenfreizeiten. All diese Erfahrungen bringt er nun mit in die Jugendarbeit in Wesselburen. Beispielsweise möchte er die Pfadfinderarbeit aufbauen. Aber er will auch in die Schulen, auf die Straße und in die Vereine. „Mein Ziel ist, neue Jugendliche für das Jugendzentrum zu gewinnen.“ Dass zu der offenen Arbeit im Haus eine verbindliche hinzukommt, dass Ehrenamtliche sich finden, die ihn unterstützen – all das ist seine Hoffnung.
Große Pläne mit engem Zeitbudget: Das Haus ist montags bis freitags von 15 bis 21 Uhr geöffnet. Die Jugendlichen, die kommen, bringen ihre Geschichte mit – das nimmt Pludrzinski ganz in Anspruch. Da bleibt nicht mehr viel Zeit für andere Dinge. „Aber die Unterstützung von Stadt und Kirche ist großartig“, sagt der Diakon. Und die spürte Pludrzinski gleich im Anschluss an die Amtseinführung beim Jahresempfang im Gemeindehaus: Carl-Dietrich Spilcke-Liss als Vorsitzender des Kirchenvorstandes begrüßte ihn mit warmherzigen Worten im Kreis der Kirchengemeinde – auch im Namen der Kommune.
Text und Bild: Birger Bahlo
Eingestellt am 11. Januar 2010