Interreligiöser Dialog zu Toleranz in den Religionen – Respektvoll trotz Unterschieden

Interreligiöser Dialog zu Toleranz in den Religionen – Respektvoll trotz Unterschieden

Interreligiöser Dialog zu Toleranz in den Religionen – Respektvoll trotz Unterschieden

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Interreligiöser Dialog zu Toleranz in den Religionen – Respektvoll trotz Unterschieden

Heide - Am 22. September wurde im Heider Kreishaus ein Interreligiöser Dialog zum Thema Toleranz, insbesondere im Hinblick auf sexuelle Identität, veranstaltet. Axinia Hansjosten moderierte den Abend. Sie hielt ein Schild mit dem schweren Namen AMBIGUITÄTS-TOLERANZ vor sich: Kann ich Menschen mit anderen Meinungen als meiner stehen lassen und mit ihnen reden, auch wenn die andere Meinung mir gar nicht gefällt oder mich verunsichert? Frau Hansjosten lud dazu ein. Allerdings sollte das Grundgesetz der Maßstab sein, an dem jemand sich orientieren sollte. Ein Ergebnis war sehr deutlich: In allen Religionen gibt es liberalere und konservativere Richtungen. Der Respekt für Menschen verschiedener sexueller Orientierung und Geschlechtsidentität wurde auch bei den Referent*innen aus Islam, Judentum, Bahaitum und Christentum als Ausgangspunkt deutlich. Trotzdem gibt es in den Religionen Unterschiede, z. B., wenn eine queere Identität als nicht von Gott gewollt gedeutet wird. Das ergab bei manchen ein Dilemma: Ich möchte Gottes Wort dann ernst nehmen, aber ich habe auch Verständnis für Menschen, die queer leben. 

Adriana Stern schrieb: Im Judentum gibt es liberale und orthodoxe Strömungen. In beiden Strömungen werden mittlerweile lesbische, Schwule, überhaupt queere Menschen absolut anerkannt. Immer mehr orthodoxe Rabbiner bezeugen, dass es natürlich Schwule, Lesben und Transgendermenschen gibt und immer geben wird.

Die Pfarrperson Tash Hilterscheid aus der queersensiblen Bildungsarbeit der Nordkirche war eingeladen, zu dem Thema Stellung zu nehmen. Selbst als queere Person gelesen, übernahm sie im Januar 2025 die neu geschaffene Stelle. Tash erzählte ausführlich davon, wie die Bibel auch anders gedeutet werden kann: Historisch kritisch: Welche Zusammenhänge waren vor Ort, als der Text geschrieben wurde? In welcher Gesellschaft? Mit welchen Herausforderungen? Wie wurde übersetzt? Wurden Fehler gemacht? Martin Luthers Übersetzung wäre an einigen Stellen doch weiter weg von dem, was im Hebräischen Urtext steht.

Es gab Beispiele von Tash zu Deutungen: So wurde die Verurteilung von Homosexualität mit einer Geschichte in der Bibel begründet, in der ein Dorf in Sodom 2 Gäste des Lot vergewaltigen wollte und von Gott gerettet wurden. Und im Paulusbrief würde das Verbot von Unzucht im Hinblick auf Homosexualität ursprünglich den Missbrauch von jugendlichen Männern als Sexsklaven beinhalten. Also zwei Geschichten von Gewalt, die nichts mit der gleichgeschlechtlichen Liebe in der Partnerschaft zu tun haben. Tash nannte diese Deutungen „Knüppelpassagen“.

Also zwei Geschichten von Gewalt, die nichts mit der gleichgeschlechtlichen Liebe in der Partnerschaft zu tun haben. Tash nannte diese Deutungen „Knüppelpassagen“. Bevor alle sich an das Buffet der Ahmadiyya Gemeinde Muslim Jamaat machten, gab es noch Gruppen mit der Frage zur Diskussion: Stehen sich mein Glaube und Queerness im Weg? Wenn ja, warum. Als Ergebnis auf einer Moderationskarte stand als Fazit: „Gott hat den Menschen geschaffen. Er hat auch queere Menschen geschaffen. Kein Mensch, keine Religion hat das Recht, diese Menschen auszuschließen.

Monika Schmudde, Ev. Frauenwerk Dithmarschen

 

 

Auf dem Foto: v.l.

Luqman Baber Ahmad: Ahmadiyya Muslim Jamaat Husum

Florenc Dulla: Koordinierungsstelle Integration und Teilhabe Kreis Dithm.

Tash Hilterscheid: Pfarrperson für queersensible Bildungsarbeit der Nordkirche

Udo Wutzke: Bahài-Gemeinde Kiel

Anja Döhren: DW Leitung Migrationsberatung

Axinia Hansjosten: Diakonisches Werk Dithmarschen

 

Das Team Interreligiöser Dialog im Weiteren

Adriana Stern: Jüdische Gemeinde Hamburg

Lars Wulff: Flüchtlingsbeauftragter Diakonisches Werk Dithmarschen

Mirco Pludrzinski, Ökumenische Arbeitsstelle im Kirchenkreis Dithmarschen

Monika Schmudde: Ev. Frauenwerk Dithmarschen

 

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