Vielfalt als Normalität

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Vielfalt als Normalität

Meldorf - Vier Kindertagesstätten des Evangelischen Kitawerkes Dithmarschen (Kita Storchennest, Süderholm - Kita Friedensstern, Wrohm - Kita Schatzinsel, Heide - Kita Westwind, Marne) arbeiten seit Sommer 2019 gemeinsam an einem Projekt zur „Vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung©“. Unterstützt wurden sie während der Einführung durch die Fachstelle Kinderwelten aus Berlin, welche den Ansatz zu Beginner der 2000er Jahre erstmals systematisch mit dem Situationsansatz verknüpft, für die frühkindliche Pädagogik etabliert hat. Anke Dietrich (ehemals Kinderwelten) begleitet die Kitas bis heute fachlich und unterstützt die weitere Umsetzung und Entwicklung des Ansatzes. 

Der Ansatz der vorurteilsbewussten Bildung und Erziehung© basiert auf der Erkenntnis, dass Kinder bereits sehr früh Unterschiede wahrnehmen – etwa in Bezug auf Aussehen, Sprache, Herkunft, Familienformen oder Fähigkeiten. Die pädagogischen Fachkräfte greifen diese Wahrnehmungen bewusst auf und begleiten Kinder dabei, Unterschiede wertzuschätzen, statt sie zu bewerten. Ziel ist es, allen Kindern eine positive Identitätsentwicklung zu ermöglichen und gleichzeitig Empathie sowie einen respektvollen Umgang mit Vielfalt zu fördern. 

Fachlich orientiert sich der Ansatz an vier zentralen Zielen: Kinder sollen in ihrer Identität gestärkt werden, Vielfalt soll als selbstverständlicher Teil des Zusammenlebens erfahrbar sein, kritisches Denken gegenüber Vorurteilen soll gefördert werden und Kinder sollen darin unterstützt werden, sich aktiv gegen Diskriminierung einzusetzen. In der praktischen Arbeit bedeutet das beispielsweise eine vielfältige Auswahl an Büchern und Materialien, Gespräche über unterschiedliche Lebenswelten sowie eine bewusste Reflexion eigener Haltungen im pädagogischen Team. 

Eine weitere zentrale Rolle spielt dabei auch die Zusammenarbeit mit den Eltern. Familien bringen unterschiedliche Erfahrungen, Werte und Hintergründe in die Einrichtungen. Ein offener Austausch zwischen pädagogischen Fachkräften und Eltern schafft Vertrauen und ermöglicht es, Kinder in ihrer gesamten Lebensrealität wahrzunehmen. Eltern werden daher aktiv in den Prozess einbezogen, etwa durch Gespräche, gemeinsame Veranstaltungen oder Beteiligung an Projekten. 

Aus gesellschaftspolitischer Sicht gewinnt dieser Ansatz zunehmend an Bedeutung, so wurden auch die Bildungsleitlinien im Februar dieses Jahres, vom Ministerium um den Punkt Antidiskriminierung erweitert. In einer vielfältigen Gesellschaft ist es eine wichtige Aufgabe frühkindlicher Bildung, Kinder auf ein respektvolles und demokratisches Zusammenleben vorzubereiten. Vorurteilsbewusste Bildung kann dazu beitragen, Ausgrenzung und Diskriminierung frühzeitig entgegenzuwirken und ein Bewusstsein für Gleichberechtigung und Teilhabe zu stärken.

Die beteiligten Kindertagesstätten haben ihre Arbeit in den vergangenen Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Seit 2023 sind sie offiziell Konsultationskitas. Dadurch haben sie die Möglichkeit, ihre Erfahrungen und ihr Wissen an andere Einrichtungen weiterzugeben. Fachkräfte aus anderen Kitas können sich vor Ort über die praktische Umsetzung informieren, Hospitationen durchführen und Anregungen für die eigene pädagogische Arbeit mitnehmen. 

Das Projekt zeigt: Vielfalt ist nicht nur ein gesellschaftliches Thema, sondern bereits im Kita-Alltag präsent. Die beteiligten Einrichtungen setzen sich dafür ein, dass Kinder diese Vielfalt von Anfang an als Normalität erleben.

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